A1 SolarStore expandiert nach Europa, während die digitale Beschaffung von Solartechnik an Bedeutung gewinnt

Der US-Anbieter führt Echtzeit-Bestände, Direktbestellungen und Einkäufe ohne Mindestabnahmemenge in einem Markt ein, der bereits von etablierten Solar-Großhändlern und Online-Plattformen bedient wird.

  • A1 SolarStore hat in Europa einen Direktmarktplatz für Solartechnik gestartet.
  • Die Plattform bietet Echtzeit-Einblicke in verfügbare Bestände, Angebote in der Nähe des Käufers und die Möglichkeit zur Online-Bestellung.
  • Käufer benötigen weder ein klassisches Händlerkonto noch müssen sie eine Mindestbestellmenge erfüllen.
  • Das Angebot richtet sich an Hersteller, Distributoren, Installateure, gewerbliche Käufer und Endkunden.
  • A1 SolarStore tritt in einen bereits etablierten Markt ein, zu dem unter anderem sun.store, Solartraders, SecondSol und Alma Solar gehören.
  • Das wichtigste potenzielle Differenzierungsmerkmal ist die Verbindung professioneller Beschaffungsinstrumente mit einem Zugang für Privatkunden und kleineren Bestellmengen.
  • Der Markterfolg wird von der Lieferantenabdeckung, der Genauigkeit der Bestandsdaten, der grenzüberschreitenden Logistik und dem Schutz der Käufer abhängen.

(NACHRICHTEN) LUXEMBURG, 23. Juli 2026 — /EuropaWire/ — Der US-amerikanische Anbieter von Solartechnik A1 SolarStore ist offiziell in den europäischen Markt eingetreten. Seine Online-Plattform soll Käufer von Solarmodulen mit verfügbaren Beständen bei Herstellern, Distributoren und Lagerpartnern in verschiedenen Teilen Europas zusammenbringen. Die europäische Plattform ist unter folgender Internetadresse erreichbar: https://a1solarstore.com/en-eu/.

Laut einer von EuropaWire am 22. Juli 2026 veröffentlichten Pressemitteilung nutzt die Plattform künstliche Intelligenz, um verfügbare Solartechnik zu identifizieren, Angebote in der Nähe des jeweiligen Käufers anzuzeigen und direkte Online-Bestellungen zu ermöglichen. Nach Angaben von A1 SolarStore sollen Hauseigentümer, Installateure und gewerbliche Fachbetriebe Produkte kaufen können, ohne zuvor ein klassisches Händlerkonto eröffnen oder eine Mindestbestellmenge erfüllen zu müssen.

Das Unternehmen positioniert seinen Service als Alternative zur herkömmlichen Beschaffung von Solartechnik, bei der Installationsbetriebe und Projektentwickler üblicherweise mit etablierten Großhändlern oder regionalen Distributoren zusammenarbeiten. A1 SolarStore vertritt die Auffassung, dass dieses System die Transparenz hinsichtlich verfügbarer Bestände einschränken kann und dass Preise häufig von individuellen Geschäftsbeziehungen, Abnahmemengen und den Standorten der Lager eines Distributors abhängen.

Nach dem in der Ankündigung beschriebenen Modell sollen Käufer Mengen bestellen können, die von einer einzelnen Palette bis zur vollständigen Ausstattung eines Solarprojekts reichen. Die Produkte sollen über direkte Beziehungen zu Herstellern und über Partnerlager beschafft werden. Je nach Verfügbarkeit und Lieferziel könnten entsprechende Bestellungen nach Angaben des Unternehmens innerhalb weniger Tage beim Kunden eintreffen.

Die europäische Website von A1 SolarStore beschreibt einen umfassenderen Marktplatz, der Hersteller, Distributoren, Fachbetriebe und Endkunden miteinander verbindet. Herstellern wird ein Vertriebskanal für Direktverkäufe und zusätzliche Markenpräsenz angeboten, während Distributoren die Plattform nutzen können, um verfügbare Lagerbestände abzusetzen. Fachbetrieben werden Sofortkaufangebote mit Echtzeitangaben zur Verfügbarkeit in Aussicht gestellt. Die angebotenen Mengen sollen von einzelnen Einheiten bis hin zu einem vollständigen Frachtcontainer reichen.

Für Privatkunden stellt das Unternehmen den Kaufprozess als mit dem gängigen Onlinehandel vergleichbar dar. Käufer sollen Produkte und Preise vergleichen können, bevor sie eine Transaktion vollständig online abschließen. Auf der Website heißt es, die Plattform solle Anfragen und Verhandlungen durch direkte Transaktionen ersetzen. Detaillierte Angaben zur Anzahl der Lieferanten, zu den derzeit verfügbaren Beständen, zu Transaktionsgebühren und zur Lieferabdeckung in den einzelnen Ländern waren in den geprüften öffentlich zugänglichen Unterlagen jedoch nicht enthalten.

A1 SolarStore wurde 2017 von Alexey Kruglov und Sergey Fedorov gegründet und baute nach Angaben auf der europäischen Unternehmenswebsite ein Vertriebsgeschäft in den Vereinigten Staaten auf. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Miami. Das Europageschäft ist unter der Bezeichnung A1 Solar S.à r.l in Luxemburg registriert.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen seit seiner Gründung in Nordamerika Solartechnik mit einer Gesamtleistung von mehr als 1 GW verkauft. Mitgründer Sergey Fedorov erklärte, die Expansion nach Europa solle die Suche, den Vergleich und den Kauf von Solartechnik vereinfachen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Aufschlägen der Distributoren und weit entfernten Lagerstandorten verringern. Sowohl die Verkaufszahlen als auch die Angaben zu Liefergeschwindigkeit und Preisen stammen vom Unternehmen und wurden im Rahmen der Ankündigung nicht unabhängig geprüft.

Europas Solarwachstum trifft auf einen veränderten Privatkundenmarkt

A1 SolarStore tritt nach mehreren Jahren eines raschen Photovoltaikausbaus in den europäischen Markt ein. Zuletzt zeigten sich jedoch erste Anzeichen für ein schwächeres Marktwachstum.

Die Pressemitteilung des Unternehmens verweist auf Daten von Ember, denen zufolge Solarenergie im Jahr 2025 rund 13 % des Stromverbrauchs in der Europäischen Union deckte. Zudem nennt sie einen angeblichen Zubau von 65,5 GW im Jahr 2024 sowie die zunehmende Verbreitung von steckerfertigen Balkonkraftwerken in Deutschland. Dort waren bis Juni 2025 mehr als eine Million solcher Anlagen registriert.

Neuere Zahlen von SolarPower Europe zeichnen allerdings ein differenzierteres Bild. Nach Angaben des Branchenverbandes wurden in der EU im Jahr 2025 neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 65,1 GW installiert. Das entsprach einem Rückgang von 0,7 % gegenüber 2024 und dem ersten jährlichen Marktrückgang in der Europäischen Union seit 2016. Die insgesamt installierte Solarleistung in der EU erreichte dennoch rund 406 GW und übertraf damit das EU-Ziel von 400 GW für das Jahr 2025.

SolarPower Europe führte einen Teil der Verlangsamung auf die nachlassende Nachfrage im Privatkundensegment zurück. Anlagen für Privathaushalte machten dem Verband zufolge 2025 nur noch 14 % der neu installierten Leistung in der EU aus, verglichen mit 28 % im Jahr 2023. Dieser Rückgang könnte den Druck auf Anbieter erhöhen, kostengünstigere und effizientere Wege zu finden, um Haushalte und kleinere Installationsbetriebe zu erreichen. Gleichzeitig bedeutet er jedoch, dass A1 SolarStore zu einem schwierigeren Zeitpunkt in den Absatzzyklus eintritt, als es die bisherigen Rekordzahlen beim Solarausbau zunächst vermuten lassen.

Ein Markt mit etablierten digitalen Wettbewerbern

A1 SolarStore beschreibt sein Geschäftsmodell zwar als ein neues Einkaufserlebnis für den europäischen Markt, doch digitale Beschaffungsplattformen und Marktplätze für Solarkomponenten sind in der Region bereits fest etabliert.

Zu den bekanntesten Anbietern zählt sun.store, ein Business-to-Business-Marktplatz, auf dem gewerbliche Käufer Preise und Verfügbarkeiten von Solarmodulen, Wechselrichtern und Batteriespeichern verschiedener europäischer Lieferanten vergleichen können. Das Unternehmen gibt an, in mehr als 25 europäischen Ländern tätig zu sein, über 35.000 registrierte Nutzer zu verfügen und Produkte von mehr als 500 Verkäufern in über 1.000 Lagern zugänglich zu machen. Darüber hinaus bietet die Plattform eine abgesicherte Zahlungsabwicklung und automatisierte Logistikkalkulationen.

Solartraders betreibt seit 2011 ein internationales Photovoltaik-Handelsnetzwerk. Die Plattform veröffentlicht täglich aktualisierte Angebote und verbindet Installateure mit Herstellern und Distributoren. Für größere Projekte ist auch die direkte Beschaffung bei Herstellern vorgesehen. Solartraders berichtet von mehr als 7.500 Kunden und einem über das Netzwerk abgewickelten Handelsvolumen von mehr als 95 MW Solartechnik.

SecondSol ist ein weiterer etablierter Wettbewerber, insbesondere im Sekundärmarkt und im Bereich von Ersatzkomponenten. Die Plattform bietet neue, gebrauchte und generalüberholte Solarmodule, Wechselrichter, Batteriesysteme und Ersatzteile an. Nach eigenen Angaben verfügt SecondSol über mehr als 60.000 registrierte Nutzer in Europa sowie über mehr als 250.000 verfügbare Ersatzteile im eigenen Bestand und im Netzwerk seiner Partner. Im Unterschied zu Marktplätzen, die sich hauptsächlich auf neue Produkte konzentrieren, bietet SecondSol auch Prüfungen, Reparaturen, Recycling, Repowering und Fulfillment-Dienstleistungen an.

Das in Luxemburg ansässige Unternehmen Alma Solar überschneidet sich noch stärker mit dem von A1 SolarStore angestrebten Privatkundenangebot. Alma Solar betreibt einen Online-Shop, über den private und gewerbliche Käufer Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher und vollständige Solarpakete auswählen, online bezahlen und liefern lassen können. Zum erweiterten Angebot gehören außerdem ein Online-Konfigurator für Solarsysteme sowie Installationsleistungen über Partnerbetriebe in mehreren europäischen Märkten.

Zu den weiteren neu entstehenden Plattformen gehört SUNTREX EU, das offenbar erst vor Kurzem in den Markt eingetreten ist. Obwohl derzeit nur wenige unabhängig überprüfbare Informationen über das Unternehmen, seine Geschäftstätigkeit oder seine digitale Präsenz verfügbar sind, bewirbt die Plattform Lieferantenvergleiche, Echtzeitangaben zu verfügbaren Beständen, abgesicherte Marktplatzzahlungen und einen KI-gestützten Produktabgleich für europäische Solarfachbetriebe.

Das potenzielle Differenzierungsmerkmal von A1 SolarStore

Das deutlichste potenzielle Unterscheidungsmerkmal von A1 SolarStore liegt in der erklärten Absicht, sowohl professionelle Einkäufer als auch Endkunden über denselben transaktionsbasierten Marktplatz zu bedienen. Mehrere etablierte europäische Plattformen richten sich in erster Linie an verifizierte gewerbliche Käufer, Großhandelsmengen oder die Beschaffung für größere Projekte. Andere konzentrieren sich dagegen auf Komplettsets für Privatkunden, Installationsleistungen oder Produkte aus dem Sekundärmarkt.

Durch die Verbindung regional verfügbarer Echtzeitbestände, direkter Kaufmöglichkeiten und vergleichsweise kleiner Bestellmengen könnte sich A1 SolarStore zwischen Großhandelsmarktplätzen wie sun.store und Solartraders sowie verbraucherorientierten Online-Händlern wie Alma Solar positionieren. Diese Einschätzung bleibt jedoch vorläufig, da das Unternehmen bislang weder die Zahl der teilnehmenden Lieferanten noch die verfügbaren Marken und Produkte, die Marktplatzgebühren, die Absicherung von Zahlungen oder die Länder veröffentlicht hat, in denen derzeit eine Lieferung bis zur Kundenadresse angeboten wird.

Darüber hinaus besteht eine zeitliche Unstimmigkeit in den öffentlich zugänglichen Unternehmensinformationen. Auf der europäischen Website finden sich weiterhin Formulierungen wie „is coming“, also „kommt demnächst“, sowie Hinweise auf einen geplanten Europastart im Jahr 2025. Die Pressemitteilung vom 22. Juli 2026 beschreibt die Plattform dagegen als zu diesem Zeitpunkt in Europa startend. Die Abweichung könnte auf eine schrittweise Markteinführung zurückzuführen sein. Aus den veröffentlichten Unterlagen geht jedoch nicht hervor, ob die Ankündigung von 2026 den vollständigen kommerziellen Start nach einer früheren Entwicklungs- oder Lieferantenanbindungsphase markiert.

Die Aussichten von A1 SolarStore werden daher nicht nur von der Nachfrage nach Solartechnik abhängen, sondern auch von der Fähigkeit des Unternehmens, eine ausreichende Angebotsdichte auf Lieferantenseite aufzubauen, Bestandsangaben zu überprüfen, grenzüberschreitende Logistikprozesse zu steuern und bei den Käufern Vertrauen in die Zahlungsabwicklung, Garantieleistungen und den Kundendienst nach dem Kauf zu schaffen. Diese Fähigkeiten gehören bereits zu den zentralen Leistungsversprechen der europäischen Marktplätze, mit denen A1 SolarStore konkurrieren wird.

Der Markteintritt des Unternehmens bringt dennoch einen weiteren Anbieter in die fortschreitende Digitalisierung des europäischen Solarvertriebs. Die Beschaffung verlagert sich zunehmend von geschlossenen Lieferantenbeziehungen hin zu Plattformen, die einen breiteren Zugang zu verfügbaren Beständen, Preisvergleiche und eine grenzüberschreitende Auftragsabwicklung ermöglichen.

HINWEIS: Dieser Nachrichtenartikel wurde ursprünglich auf der europaweiten Website von EuropaWire veröffentlicht.

EuropaWire PR-Redaktion

Recent Posts

Digi Communications N.V. kündigt Investorenkonferenz zur Vorstellung der Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2026 an

(PRESSEMITTEILUNG) BUKAREST, Rumänien, 7. Aug 2026 — /EuropaWire/ — Digi Communications N.V. („DIGI“), eines der…

4 Tagen ago

Digi Communications N.V. beruft außerordentliche Hauptversammlung für den 15. September 2026 ein

(PRESSEMITTEILUNG) BUKAREST, Rumänien, 4. Aug 2026 — /EuropaWire/ — Digi Communications N.V. („DIGI“), eines der…

7 Tagen ago

A1 SolarStore startet in Europa – Direktkauf von Solarmodulen auf einem Markt im Griff des Großhandels

(PRESSEMITTEILUNG) LUXEMBURG, 22. Juli 2026 — /EuropaWire/ — A1 SolarStore, ein amerikanisches Technologieunternehmen und einer…

3 Wochen ago

Digi Communications N.V. gibt die Zulassung der Aktien von Digi Spain zum Börsenhandel bekannt

(PRESSEMITTEILUNG) BUKAREST, Rumänien, 15. Juli 2026 — /EuropaWire/ — Digi Communications N.V. („DIGI“), eines der führenden…

4 Wochen ago

Digi Communications N.V. bestätigt den Angebotspreis und meldet erfolgreich gedeckte Orderbücher beim Börsengang der Aktien von Digi Spain

(PRESSEMITTEILUNG) BUKAREST, Rumänien, 15. Juli 2026 — /EuropaWire/ — Digi Communications N.V. („DIGI“), eines der führenden…

4 Wochen ago