Cold Jet bringt TEC1200 auf den Markt und erweitert Trockeneisstrahlen um thermisch verstärkte Reinigung für anspruchsvolle Industrieanwendungen

Cold Jet bringt TEC1200 auf den Markt und erweitert Trockeneisstrahlen um thermisch

  • Der TEC1200 ergänzt bestehende Trockeneisstrahlgeräte von Cold Jet um thermisch verstärkte Reinigung.
  • Nach Angaben des Herstellers lassen sich bestimmte Verunreinigungen damit bis zu 25-mal schneller entfernen als beim konventionellen Trockeneisstrahlen.
  • Das System richtet sich besonders an anspruchsvolle Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Fertigung und Automobilindustrie sowie weiteren Industriezweigen.
  • Cold Jet gibt für das System eine um bis zu 70 Prozent höhere Luftgeschwindigkeit und eine annähernd dreifache Aufprallkraft der Trockeneispartikel an.
  • Die Technologie soll auch in automatisierte und robotergestützte Produktions- und Reinigungsprozesse integriert werden können.

(NACHRICHTEN) WEINSHEIM, Deutschland, 5. September 2026 — /EuropaWire/ — Cold Jet hat mit dem TEC1200 ein neues Zusatzsystem für das industrielle Trockeneisstrahlen auf den Markt gebracht. Die Technologie kombiniert erhitzte Druckluft mit Trockeneispartikeln und soll insbesondere bei hartnäckigen Lacken, Beschichtungen, Klebstoffen und Korrosion deutlich höhere Abtragsleistungen ermöglichen.

Cold Jet hat Anfang September 2026 den TEC1200 eingeführt und erweitert damit sein Trockeneisstrahlverfahren um einen zusätzlichen thermischen Faktor. Das Kürzel TEC steht für „Thermally Enhanced Cleaning“, also thermisch verstärkte Reinigung. Nach sieben Jahren Entwicklungsarbeit soll das System eine technische Grenze des klassischen Trockeneisstrahlens verschieben: die Entfernung besonders fest haftender Beschichtungen und anderer schwer lösbarer Rückstände. Grundlage dieser Angaben ist die von Cold Jet veröffentlichte und über EuropaWire verbreitete Pressemitteilung.

Anders als ein eigenständiges Trockeneisstrahlgerät arbeitet der TEC1200 als ergänzendes Wärmesystem. Cold Jet beschreibt ihn auf der offiziellen TEC1200-Produktseite als Leistungserweiterung für die aktuelle Aero2-ULTRA-Serie sowie frühere Aero2-Systeme. Ein separater Trockeneisstrahler liefert die Pellets beziehungsweise Mikropartikel, während der TEC1200 die Druckluft erhitzt. Beide Ströme werden bis zur Düse voneinander getrennt geführt und dort erst unmittelbar vor dem Austritt zusammengeführt. Dadurch soll verhindert werden, dass das Trockeneis durch die Hitze bereits im Schlauch vorzeitig sublimiert.

Wärme soll kinetische Wirkung des Trockeneises erhöhen

Beim herkömmlichen Trockeneisstrahlen treffen feste CO₂-Partikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche. Neben dem mechanischen Impuls tragen der starke Temperaturunterschied und die Sublimation des Trockeneises dazu bei, Verunreinigungen vom Untergrund zu lösen. Auf seiner deutschen Website zum Trockeneisstrahlen beschreibt Cold Jet das Verfahren als Zusammenspiel von kinetischer Energie, Thermoschock und der schnellen Expansion des sublimierenden Trockeneises.

Beim TEC1200 kommt nun gezielt Wärme hinzu. Die erhitzte Druckluft soll einerseits die Geschwindigkeit der Partikel erhöhen und andererseits die Bindung zwischen hartnäckigen Beschichtungen und dem jeweiligen Substrat schwächen. Cold Jet gibt auf der TEC1200-Produktseite an, dass die Luftgeschwindigkeit gegenüber konventionellem Trockeneisstrahlen um bis zu 70 Prozent steigen könne. Daraus resultiere eine annähernd dreifache Aufprallkraft der Trockeneispartikel. Für bestimmte Anwendungen nennt das Unternehmen eine bis zu 25-fach höhere Reinigungsgeschwindigkeit.

Diese Leistungsangaben stammen von Cold Jet. In den für diese Berichterstattung eingesehenen Quellen wurden keine unabhängigen Vergleichstests veröffentlicht, anhand derer sich die genannten Werte außerhalb der Herstellerangaben überprüfen ließen.

Lacke, Epoxide, Klebstoffe und Korrosion im Fokus

Zu den wichtigsten Zielanwendungen zählen besonders stark haftende Lacke und industrielle Beschichtungen, Epoxide, ausgehärtete Harze und Klebstoffe sowie Korrosion. In der ursprünglichen Produktankündigung auf EuropaWire hebt Cold Jet insbesondere Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt hervor. Das Unternehmen verweist dabei auf die frühe Entwicklungsgeschichte des Trockeneisstrahlens und den lange bestehenden Anspruch, Flugzeuglackierungen materialschonend entfernen zu können.

Auf der ausführlicheren Produkt- und Technikseite zum TEC1200 nennt Cold Jet neben der Luft- und Raumfahrt auch Automobilindustrie, Fertigung und Energiewirtschaft als Einsatzfelder. Als Beispiele führt das Unternehmen unter anderem hochfeste Flugzeuglacke, Epoxidharze, industrielle Schutzschichten sowie thermisch ausgehärtete Kleb- und Dichtstoffe an.

Dass die Luftfahrt für Cold Jet ein wichtiger Anwendungsbereich bleibt, zeigt auch der deutsche Unternehmensblog. Dort hatte das Unternehmen im Februar 2026 die Rolle technischer Reinigung innerhalb von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsprozessen in der Luftfahrt – den sogenannten MRO-Prozessen – thematisiert.

Alternative zu abrasiven und chemischen Verfahren

Cold Jet positioniert den TEC1200 als Alternative für Aufgaben, bei denen bislang unter anderem abrasive Strahlverfahren, mechanische Werkzeuge, chemische Lösungsmittel oder Laserreinigung eingesetzt werden. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass Trockeneis selbst nach dem Auftreffen sublimiert und damit kein verbrauchtes Strahlmedium zurückbleibt. Auf seiner deutschen Übersichtsseite zu Anwendungen der Trockeneisreinigung beschreibt das Unternehmen das Trockeneisstrahlen zudem als nicht abrasives und trockenes Verfahren, bei dem weder Wasser noch zusätzliches Strahlmittel zurückbleiben.

Gleichzeitig soll die zusätzliche Wärme regulierbar sein. Nach Angaben von Cold Jet können Anwender die Reinigungsintensität unter anderem über Temperatur, Luftdruck, Partikelgröße und Trockeneisdurchsatz steuern. Niedrigere Einstellungen sollen so auch die Bearbeitung temperaturempfindlicher Substrate ermöglichen, während höhere Wärmestufen für stärker haftende Kontaminationen vorgesehen sind. Diese Einstellmöglichkeiten werden in der Produktbeschreibung des TEC1200 erläutert.

Ausbau der Aero2-Plattform und Vorbereitung auf Automatisierung

Technologisch baut der TEC1200 auf Cold Jets bestehender Aero2-Plattform auf. Die aktuelle Aero2-ULTRA-Serie umfasst unter anderem die Varianten PCS ULTRA und PLT ULTRA. Beim PCS-Modell lässt sich beispielsweise die Trockeneispartikelgröße zwischen 0,3 und 3 Millimetern einstellen; beide ULTRA-Systeme verfügen laut Hersteller über digitale Steuerungen und Funktionen für Fernüberwachung und Diagnose.

Der TEC1200 erweitert diese vorhandenen Einstellgrößen um Wärme. Cold Jet zufolge ist das System sowohl für manuell geführte Anwendungen als auch für die Einbindung in automatisierte Roboterzellen und Produktionslinien ausgelegt. Die entsprechende Einordnung findet sich in der offiziellen Beschreibung des thermisch verstärkten Reinigungssystems.

Damit fügt sich die Markteinführung in einen breiteren Automatisierungsschwerpunkt des Unternehmens ein. Im Mai 2026 hatte Cold Jet in einem Beitrag des deutschen Cold-Jet-Blogs beschrieben, wie automatisiertes Trockeneisstrahlen in Produktionslinien eingesetzt werden kann, um Reinigungs- und Oberflächenbearbeitungsschritte reproduzierbarer zu machen und manuelle Eingriffe sowie Stillstandszeiten zu reduzieren.

Sieben Jahre Entwicklung für eine anspruchsvollere Variante des Trockeneisstrahlens

Rob Kocol, Director of Research and Development bei Cold Jet, beziffert die Entwicklungszeit des TEC1200 auf sieben Jahre. Nach Darstellung des Unternehmens lag ein Schwerpunkt darauf, die Geschwindigkeit und Aggressivität des Trockeneisstrahlens zu erhöhen, ohne dessen nicht abrasiven Charakter aufzugeben. Die Aussage ist Bestandteil der über EuropaWire veröffentlichten Produktankündigung.

Cold-Jet-Präsident und CEO Gene Cooke III sieht in der Kombination aus Wärme, Kälte und kinetischer Energie eine Erweiterung der bisherigen Einsatzgrenzen des Verfahrens. Das Unternehmen will damit Anwendungen adressieren, bei denen klassisches Trockeneisstrahlen bislang nicht genügend Abtragsleistung bot. Auch diese Einschätzung stammt aus der offiziellen Pressemitteilung zur Markteinführung.

Cold Jet mit Hauptsitz in Loveland im US-Bundesstaat Ohio entwickelt und produziert Systeme für Trockeneisstrahlen, Oberflächenvorbereitung sowie die Herstellung, Dosierung und Verpackung von Trockeneis. Das Unternehmen unterhält nach eigenen Angaben internationale Standorte unter anderem in Europa, Asien, Kanada und Mexiko.

Hinweis: Dieser Nachrichtenartikel wurde ursprünglich auf der paneuropäischen Website von EuropaWire veröffentlicht.

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