(PRESSEMITTEILUNG) BRÜSSEL, 15-Apr-2026 — /EuropaWire/ — Die Free ICT Europe Foundation hat ein Positionspapier mit dem Titel „Closing the Sovereignty Gap: The IT Aftermarket as a Pillar of Europe’s Digital Infrastructure“ veröffentlicht, in dem gefordert wird, die strategische Bedeutung der Kontrolle über den Lebenszyklus von Unternehmens-ICT-Hardware und -Software stärker in die Agenda der digitalen Souveränität einzubeziehen.
Das Papier hebt hervor, dass sich der politische Fokus in Europa zwar häufig auf Cloud- und Bürosoftware-Ökosysteme richtet, jedoch eine tiefere Abhängigkeit in der installierten Basis von Hardware, Betriebssystemen, kritischer Software und Firmware fortbesteht. Ein Großteil dieser Infrastruktur stammt von Anbietern außerhalb der EU, deren restriktive Lizenzmodelle, verkürzte Supportzyklen, technische Sperren sowie Einschränkungen bei unabhängiger Reparatur und Wartung die Kontrolle der Nutzer begrenzen. Infolgedessen besitzen europäische Organisationen zwar ihre digitale Infrastruktur, doch zentrale Aspekte der Kontrolle über diese Vermögenswerte bleiben extern gesteuert — eine Form von Pseudo-Souveränität.
„Digitale Souveränität bedeutet nicht die Abwesenheit von Abhängigkeiten — sondern die Fähigkeit, diese zu steuern und neu auszubalancieren“, sagte Jan Hoogstrate, Executive Director von Free ICT Europe. „Europa kann nicht souverän sein, wenn Organisationen zu vorzeitigen Upgrades gezwungen werden, keinen Zugang zu Reparaturen haben oder Sicherheitsupdates verweigert werden, sofern sie nicht innerhalb von vom Anbieter kontrollierten Supportmodellen bleiben.“
Das Papier stellt fest, dass die Gesetzgebung nicht mit der Art und Weise Schritt gehalten hat, wie digitale Produkte in B2B-Umgebungen kontrolliert werden. Organisationen sind häufig einseitigen Entscheidungen der Anbieter in Bezug auf Support, Zugriff und Funktionalität ausgesetzt. Dieses Ungleichgewicht ermöglicht es den Anbietern zu bestimmen, wann Systeme aktualisiert werden müssen, wie lange sie unterstützt werden und wer Hardware und Software reparieren oder warten darf. Diese Praktiken schwächen die Wettbewerbsfähigkeit, verkürzen Lebenszyklen, erhöhen das Aufkommen von Elektroschrott, steigern Sicherheitsrisiken und untergraben die Ziele der Digitalen Dekade sowie der Kreislaufwirtschaft der EU.
Free ICT Europe positioniert den unabhängigen IT-Aftermarket — einschließlich Refurbishern, Anbietern für IT Asset Disposition (ITAD), Drittwartungsdiensten (TPM und TPSM) sowie Wiederverkäufern gebrauchter Software — als strategischen Faktor für digitale Souveränität. Durch die Entkopplung des ICT-Eigentums von der Kontrolle durch Originalhersteller ermöglicht der Aftermarket Organisationen, Lebenszyklen zu verlängern, geschäftskritische Systeme zu betreiben, Elektroschrott zu reduzieren und die Resilienz zu stärken.
Um die Souveränitätslücke zu schließen, fordert das Papier die EU auf:
Das Papier weist darauf hin, dass viele Unternehmenssysteme über einen Zeitraum von 10 bis 12 Jahren oder länger produktiv genutzt werden — weit über die derzeitigen regulatorischen Supportanforderungen oder die von Herstellern bereitgestellten Supportzeiten hinaus.
Medienkontakt:
Free ICT Europe Foundation
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