Warum Lokalisierung, Smart-TV-Plattformen und werbefinanzierte Modelle das Fernsehverhalten der Europäer verändern
Warum Lokalisierung, Smart-TV-Plattformen und werbefinanzierte Modelle das Fernsehverhalten der Europäer verändern
(NACHRICHTEN) BERLIN, PARIS, MADRID, ROM, 29. Januar 2026 — /EuropaWire/ — Der Markt für kostenloses werbefinanziertes Streaming-TV (FAST – Free Ad-Supported Streaming TV) wächst in Europa rasant und verändert die Art und Weise, wie Inhalte konsumiert werden. Während klassische Abonnement-Modelle (SVOD) weiterhin eine wichtige Rolle spielen, verlagern sich Zuschauer zunehmend hin zu frei zugänglichen Streaming-diensten, die lineare und kuratierte Inhalte ohne Abonnementkosten bieten. Dieser strukturelle Wandel im Medienkonsum eröffnet neue Chancen für Medienhäuser, Technologieplattformen und Content-Anbieter.
Marktforschungen zeigen, dass der europäische FAST-Sektor stark wächst: Die Umsätze im Free-Ad-Supported-Streaming-TV-Segment in Europa sollen zwischen 2025 und 2033 mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von etwa 15,7 % zulegen, wobei lineare Streaming-Kanäle weiterhin das größte Umsatzsegment darstellen. Dieser Trend wird durch die zunehmende Verbreitung von Smart-TV-Geräten und verbesserten Breitbandzugängen verstärkt, die es Nutzern erleichtern, direkt über das Gerät auf Streaming-Inhalte zuzugreifen.
Plattformen wie Samsung TV Plus spielen dabei eine bedeutende Rolle: Der Dienst zählt inzwischen mehr als 100 Millionen aktive Nutzer weltweit und bietet Tausende kostenloser FAST-Kanäle an, was seine wachsende Beliebtheit als Alternative zu herkömmlichen Pay-TV- und SVOD-Anbietern bestätigt. Analysten zufolge hat Samsung TV Plus zudem andere FAST-Plattformen in Europa beim Umsatz überholt, was den harten Wettbewerb und die Dynamik im FAST-Markt unterstreicht.
Längst ist FAST nicht mehr nur ein Nischenphänomen: Studien zeigen, dass in mehreren europäischen Ländern ein signifikanter Teil der Online-Bevölkerung bereits FAST-Dienste nutzt. In Spanien etwa konsumieren monatlich rund 35 % der Onlinenutzer solche Angebote, im Vergleich zu etwa 25 % in Deutschland und Großbritannien.
Die Attraktivität von FAST hat mehrere Gründe:
Zudem zeigt das Verhalten jüngerer Zuschauer, dass sie eine Mischung aus On-Demand- und linearen Angeboten schätzen. Dies spiegelt sich in der wachsenden Beliebtheit von FAST-Plattformen wider, die Inhalte sowohl live als auch on-demand anbieten.
Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von FAST-Angeboten ist die Vielfalt und Lokalisierung der Inhalte. Europäische Nutzer erwarten zunehmend Inhalte, die über globale Blockbuster hinausgehen und auch lokale oder kulturell relevante Formate bieten. Kooperationen zwischen Plattformen und lokalen Content-Produzenten sind deshalb entscheidend, um Zuschauer langfristig zu binden.
Beispielsweise nutzen Startup-Anbieter wie Love TV Channels FAST-Plattformen, um neue Nachrichtenformate wie „Nachrichten 360“ in Deutschland kostenlos zu verbreiten. Gleichzeitig integrieren internationale Akteure wie Al Jazeera English FAST-Kanäle in europäischen Märkten, um Nachrichteninhalte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Im Gesamtkontext dieses Wachstums steht die jüngste Ankündigung von Zee Entertainment UK, sein Flaggschiff Zee TV mit deutschen Live-Untertiteln als FAST-Kanal auf Samsung TV Plus in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu starten. Zwar handelt es sich dabei um eine spezifische Einzelinitiative eines internationalen Content-Anbieters, doch sie passt in einen klaren Trend: Streaming-Plattformen öffnen sich zunehmend für internationale Inhalte, die lokalisiert und damit für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden. Durch deutsche Untertitel will Zee TV nicht nur die südasiatische Diaspora adressieren, sondern auch Zuschauer ansprechen, die traditionell weniger Zugang zu solchen Programmen hatten.
Marktbeobachter sehen FAST nicht als kurzlebigen Trend, sondern als festen Bestandteil der Medienlandschaft: Prognosen gehen davon aus, dass der globale FAST-Markt von unter 10 Mrd. USD 2024 auf über 40 Mrd. USD bis 2033 wachsen wird, getragen von Werbeeinnahmen, Smart-TV-Verbreitung und der Umstellung traditioneller Fernsehzuschauer auf Streaming-basierte Modelle.
In Europa dürfte dieser Wandel ähnliche Dynamiken zeigen, da sowohl große Mediengruppen als auch technologische Plattformbetreiber die Chance nutzen, neue Zielgruppen zu erreichen und Werbebudgets neu zu akquirieren. Zuschauer profitieren dabei von einer größeren Auswahl, niedrigeren Eintrittsbarrieren und innovativen Formaten.
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